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Schrei mich nicht so an!

Die Frühlings- und Sommermode ist in diesem Jahr farblich sehr dezent. Schreiende Farben treten in den Hintergrund. Die Velobekleidungsindustrie hat sich diesem Trend angeschlossen. Mit ein paar pfiffigen Accessoires schafft man es dennoch, sich Beachtung zu verschaffen. Béatrice Gaudenzi
 Wir danken Veloplus für die Zurverfügungstellung der Kleider: www.veloplus.ch

Die traditionelle Velobekleidung ist dieses Jahr farblich eher zurückhaltend. Das beruht offensichtlich auf Erfahrung: Die trendigen, fast poppigen Aufdrucke sind beim breiten Publikum nicht angekommen – obwohl sie vom Sicherheitsaspekt her eindeutige Vorteile haben. So besinnt sich die Branche wieder auf eher unauffällige Muster, und die Farbgebung ist dezent, diskret. Viele Produzenten schenken nun der Alltagsbekleidung mehr Aufmerksamkeit. Die funktionalen Teile – egal ob T-Shirt, Hemd oder Gilet – passen jeden Tag. Die Hosen und sogar die Veloschuhe kann man sehr wohl auch in der Stadt tragen, ohne gleich als VelorennfahrerIn schief angeschaut zu werden.
Die Baggy-Shorts für Frauen und Männer werden diesen Sommer wieder das Strassenbild dominieren. Es gibt sie in drei unterschiedlichen Längen. Auch die 7/8-Hose in leichtem, schnell trocknendem Material taucht auf, hauptsächlich in Beige, Hellgrau, Eierschale oder dunklem Grün. Diese Hosenlänge hat sich fast überall durchgesetzt: Sie verlängert die Silhouette.
Mit einem zweifarbigen oder uni Oberteil, dunkler oder heller als die Hose, ist man sogar für den Büroalltag ausgerüstet – allerdings nur an Arbeitsplätzen, die keinen Anzug- und Krawattenzwang kennen. Da die Velobekleidungsteile in der Aktentasche wenig Platz brauchen und es auf Knitterfreiheit nicht so sehr ankommt, kann man sie einfach mitnehmen und vor der Heimfahrt anziehen.

Neue und bekannte Materialien

Einmal mehr kommen in diesem Jahr neue Hightech-Materialien auf den Markt. Wird in die Entwicklung neuer Kunstfasern mehr Zeit und Geld investiert als für Schnitte und Farbkombinationen? Das scheint der Zeitgeist zu diktieren: noch besser, noch raffinierter, noch ausgeklügelter. Die Funktionalität der Materialien muss jedes Jahr verbessert werden – daran kommt kein Hersteller vorbei.
Nachdem man die Baumwolle – vor allem im funktionalen Bereich – weitgehend ausgeklammert hatte, feiert sie ihr Comeback. Das wird all jene freuen, die sich mit Kunstfasern nie besonders anfreunden konnten. Und auch die Seide kommt zurück: Sie wird vor allem für Sportunterwäsche verwendet.

Schnäppchenjagd im Luxus-Segment

Die praktische, leichte und sportliche Bekleidung haben inzwischen auch die ganz grossen Labels entdeckt: Dior bringt einen Jogginganzug aus Seide auf den Markt, der so kleidsam ist, dass man ihn für ein Frühlingsfest anziehen könnte. Bei einem Preis von umgerechnet 5800 Franken müsste man aber doch an verschiedene Feste eingeladen sein, damit sich die Investition auszahlt. Die Nobelmarke Prada führt schon seit geraumer Zeit eine elegante Freizeitlinie, doch hier können sich Normal-Velofahrerinnen wohl höchstens ein Einzelteil im Ausverkauf leisten. Die bekannten, erschwinglicheren Sportlabels wie Löffler, Vaude oder Gore haben ihre Kollektionen dieses Jahr sehr alltagstauglich gestaltet.

Der modische Akzent: Sportschuhe

Gross im Kommen sind Sportschuhe: Adidas hat eigens den berühmten japanischen Designer Yohji Yamamoto für die Kreation eines speziellen Modells engagiert. Die trendigen Sneakers kommen extravagant, fast futuristisch daher und sind ein Blickfang. Dior, Dolce & Gabbana, Tod’s, Gucci und andere haben sich diesem Trend angeschlossen. Für «normale» Geldbeutel gibt es auch in jedem Warenhaus eine breite Schuhauswahl. Man trägt sie zu eleganten Outfits genauso wie zur sportlichen Montur.
Für alle, die neue Schuhe für ihre Klickpedale suchen: Die Auswahl ist riesig, von rennsportlich aussehenden Modellen bis zu eleganten Lederausführungen, denen man nicht unbedingt ansieht, dass sie aus dem Rennsport-Regal kommen. Ein breites Sortiment bietet hier Pearl Izumi an.

Accessoires, die Spass machen

Trendige Socken, freche Kopfbedeckungen, futuristische Brillen, pfiffige Handschuhe, aerodynamische Helme – da hat man an jeden Geschmack gedacht. Das Accessoire muss vor allem eines: auffallen. Ob man dafür ein anerkennendes Lächeln oder ein Kopfschütteln bekommt, kann nicht vorausgesagt werden. Klar ist: Accessoires sollen Spass machen.

ImageKleine Enttäuschung

bg. «Dieses originelle Oberteil bringen wir in unserer Modebeilage», meint unser Chefredaktor und zeigt untenstehendes Bild. Es ist wirklich schön. Doch jetzt gilt es abzuklären: Ist es in der Schweiz erhältlich? Der Recherche folgt eine kleine Enttäuschung: Kein einziger Schweizer Händler hat es eingekauft. War es bloss ein Blickfang an einem Messestand? Durchaus möglich: Nicht alles, was man da sieht, wird auch produziert. Die Bestellungen der Wiederverkäufer sind entscheidend. Bei sehr mutigen Schnitten und Farben sind die Einkäufer aber eher vorsichtig.

Gut gerüstet in den Velosommer

Outfits, die es in sich haben, und praktische Accessoires: Was funktional ist, darf durchaus auch topmodisch daherkommen. velojournal hat einige Highlights zusammengestellt, mit denen Sie prima durch die warme Jahreszeit kommen.

Image 1| Handtuch mit Durst
Federleicht und höchst saugfähig, schnell trocken: Das sind die praktischen Eigenschaften des Packtowl, das sich für Velotouren bestens eignet. Es kann einen Liter Wasser aufsaugen und neunzig Prozent der Flüssigkeit wieder abgeben, wenn man es auswringt. Sollte es sich am Anfang noch ein bisschen rau anfühlen: Bei jedem Waschen wird das Handtuch weicher. Erhältlich in drei verschiedenen Grössen und fünf Farben.
www.cascadedesigns.com

 

Image 2| Wie man sich bettet
Der Liegematte von Ortlieb wurde an der Outdoor-Messe in Friedrichshafen das Prädikat «product of the year» 2003/2004 verliehen. Die sich selbst aufblasende, isolierende Matte ist aus wasserabweisendem Material und hat eine rutschfeste Oberfläche. Sie ist leicht und nimmt wenig Platz ein, ideal also für eine Velotour oder als Unterlage für die Badeausflüge im Sommer. Die Liegematte gibt es in verschiedenen Grössen und Preisen im Sportfachhandel.
www.ortlieb.com

 

Image 3| Trockene Jeans
Vor zwei Jahren sind sie auf den Markt gekommen, die Dry-Jeans von Vaude. Das Coolmax-Cotton, aus dem sie gefertigt sind, hat sich bewährt. Sie sind wasser- und schmutzabweisend; zudem wird der Schweiss nach aussen transportiert. Vaude bringt dieses Jahr eine grosse Auswahl an Jeans und Jeansjacken auf den Markt. Die Schnitte sind weit oder klassisch schmal, Stretchmaterial sorgt für grössere Beweglichkeit. Für die Frauen wurden spezielle Modelle entwickelt, etwa im Capristil. Eine gute Auswahl bietet veloplus, Wetzikon.
www.vaude.com

 

Image 4| Vom Winde verschont
Die zweifarbige Jacke Dundee Zip von Vaude gibts in einer Damen- und einer Herrenausführung. Sie besteht aus Polyester; zwei Vorder- und Brusttaschen und eine Rückentasche sorgen für viel Stauraum. Die hintere Seite ist länger geschnitten und verfügt über eine Rückenventilation. Die Ärmel sind abnehmbar – so wird die Jacke zum Gilet.
www.vaude.com

 

Image 5| Sockenwelle
Ganz schön trendy sind sie, die kurzen Damensocken von Pearl Izumi. Frau bekennt da total Farbe. Die Muster setzen einen Akzent und werden zum Blickfang. Wer es nicht so bunt mag, kann sich für uni Modelle mit gemustertem Rand entscheiden. Für den Herrn gibt es in der Linie Original Socks ebenfalls einige auffallende Exemplare.
www.chrissports.ch

 

Image 6| Volltreffer für Sportskanonen
Für ein sportlich-lässiges, aber dennoch elegantes Erscheinungsbild im Alltag: Die äusserst bequem geschnittenen, modischen Voltana-Shorts verfügen über Seiten- und Cargotaschen sowie einen komfortablen Stretcheinsatz im Sitzbereich. Das calypsogrüne Mesa-Top passt hervorragend dazu. Es ist ein locker geschnittenes Shirt mit Reissverschluss und Rückentasche. Das Top gibt es auch in Dunkelgrau, Dunkelrot und Braun. Wer sich dazu noch die passenden Schuhe kaufen will: Bei Pearl Izumi hat Mann eine grosse Auswahl.
www.chrissports.ch

 

Image 7| Die Jacke, die atmet
Der Name verpflichtet: Passion Plus Lady heisst der Windstopper für Damen von Gore. Die taillierte Jacke hat einen hohen Kragen, zwei Seitentaschen. Die Ärmel sind abnehmbar. Auf der Rückseite befindet sich eine Tasche; dank ihrem praktischen Schnitt deckt die Jacke die Nieren. Es gibt sie auch in Schwarz oder einem blassen Blau. Nicht weniger elegant ist das Oberteil Curve II, mit raffiniertem Ausschnitt aus dem angenehmen Cool-Power-Material. Es zeichnet sich durch hohe Luftdurchlässigkeit aus und ist besonders für den Sommer geeignet. Das Oberteil passt auch zu Shorts oder Jeans.
www.goretex.com

 

Image 8| Polyester-Piraten
Ein Schutz vor Sonnenstichen, mit dem man garantiert auffällt: Bandana nennt sich die trendige Piraten-Kopfbedeckung aus Polyester, mit der man einen kühlen Kopf bewahrt. Alle Landratten, die sie nicht im korsarenmässigen Rot mögen, können sie auch in Grau haben. Klar zum Entern!
www. intercycle.com

 

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