Schwerpunkt
Der Countdown läuft
Ende April wird das lange erwartete Projekt SchweizMobil – das Netzwerk aller «human powered» Mobilitätsarten wie Wandern, Velofahren, Biken, Skating und Kanufahren – lanciert. Touroperator Swiss Trails erlaubte schon mal einen Blick hinter die Kulissen. Pete Mijnssen
Im altehrwürdigen Berner «Cinématte» – wo schon die Berner Troubadours
rund um Mani Matter Geschichte schrieben – werfen die Scheinwerfer
Licht auf ein Paar, das mit seinen Panflöten eine Melodie anstimmt,
begleitet von einem Keyboarder. Wer schon an slowUps dabei war, weiss,
dass es sich hier nur um das Trio Panflini handeln kann, bei dem die
rührigen Swiss-Trails-Leitern Priska Rüegg und Ruedi Jaisli
mitmusizieren. Jaisli, Eurotrek-Gründer und touristischer Hansdampf in
allen Gassen, stellt an diesem Abend das Swiss-Trails-Jahresprogramm
vor. Seit vier Jahren vermarktet er das Wander- und Veloland Schweiz
mit seinen Übernachtungsmöglichkeiten und dem eigenen Gepäckservice.
Letztes Jahr nahmen 3000 Personen diese Dienstleistungen in Anspruch,
dieses Jahr werden 5000 Buchungen anvisiert.
16000 km für nachhaltige Mobilität
Swiss Trails ist ab kommendem Frühjahr geschäftsleitend für die IG
SchweizMobil tätig, die für das Angebot und deren Vermarktung
verantwortlich ist. Auf 20 einheitlich ausgeschilderten Routen quer
durch die Schweiz werden über 16000 Kilometer für Wanderer,
Velofahrende, Biker, Skater und Kanufahrer zur Verfügung stehen. An
über 400 Etappenorten werden Service- und Dienstleistungen angeboten,
über 500 Unterkünfte sind an den täglichen Transportservice des
Gästegepäcks von Swiss Trails angeschlossen. Die Angebote sind im
umfassenden Katalog aufgelistet und ab sofort buchbar.
Individualreisende und Ausflügler können aber auch auf eigene Faust das
weitverzweigte Netz erkunden und werden im Minimum den gleich hohen
Standard antreffen, wie sie ihn von Veloland her gewöhnt sind.
Ehrgeizige Ziele
SchweizMobil wurde von Kantonen, Bundesämtern und
Organisationen/Unternehmungen aus Verkehr, Tourismus und Sport
initiiert. Die Ziele sind hochgesteckt: Die Schweiz soll ab diesem Jahr
nicht weniger als «weltweiter Leader in nachhaltiger Mobilität mit
Angeboten für Freizeit, Tourismus und Alltag» werden, wie auf der
Homepage verkündet wird. Der eigentliche Clou ist die Verknüpfung einer
Vielzahl von Dienstleistungen, wie z.B. Fahrzeugmiete, Benutzung
öffentlicher Transportmittel etc. Die Initianten erhoffen sich davon
einen Schub im Umgang mit einer nachhaltigen Mobilität, so wie es
Mobility im Autobereich vorgemacht hat. Dass der Gepäcktransport mit
dem Auto erfolgt, schmälert die Ökobilanz der Nachhaltigkeitstouristen
dennoch. «Der Not gehorchend», wie Jaisli auf Nachfrage erklärt, seit
die SBB vor vier Jahren den Gepäcktransport auf der Schiene einstellten
und seither auch die Velos per Camion verfrachten.
Sanfter Tourismus zahlt sich aus
Neben nahezu allen touristischen Regionen gehören SchweizMobil, Schweiz
Tourismus und weitere wichtige Dachorganisationen an. Obwohl der Verein
keine kommerziellen Interessen vertritt, erhoffen sich dessen
Mitglieder gute Geschäfte. In den letzten Jahren konnten sie
Umsatzsteigerungen von rund vierzig Prozent und mehr verbuchen. Für
2008 und die Folgejahre werden diese Zuwachsraten noch höher
prognostiziert. Frohe Aussichten also.
Noch keine Marke
An besagtem Winterabend wurde – wie heute üblich – publikumswirksam der
Vertrag zwischen Erich Bapst und Ruedi Jaisli unterzeichnet. Den
Marktwert dieser Übereinkunft können die Mitglieder bei aller Euphorie
aber noch nicht genau einschätzen, wie Bapst freimütig zugab:
«SchweizMobil ist noch keine Marke, sicher aber bleiben es Velo- und
Wanderland.» Und das Trio Panflini.
SchweizMobil
Ab April werden unter diesem Oberbegriff rund 20 nationale Routen und
100 ein- oder mehrtägige Routen-Highlights für Wanderer (5300 km),
Velowanderer (7500 km), Mountainbiker (2500 km), Skater (1100 km) und
Paddler (400 km) mit einheitlicher Wegweisung realisiert sein. Über 400
Service- oder Etappenorte stellen Übernachtung, Verpflegung,
Information, Reservation oder Mietfahrzeuge sicher. Es sind
Umsteigepunkte zum öffentlichen Verkehr, und eine Vielzahl von
Waren/Dienstleistungen werden angeboten.
Im Internet stehen der Kundschaft umfassende und aktuelle Informationen
über Routen, Transport und touristische Leistungen zur Verfügung,
basierend auf der Grundlage einer interaktiven Karte. In Karten und
Führern werden die nationalen Routen und Routen-Highlights laufend als
«Best of Switzerland» integriert werden. Für Individual- und
Gruppenreisende wird eine breite Palette von pauschal buchbaren Reisen
und Ausflügen auf dem SchweizMobil-Routennetz angeboten.
www.schweizmobil.ch
www.swisstrails.ch