Sport

Radbeherrschung als Passion

Im zarten Alter von sieben Jahren begann Daniela Keller mit dem Kunstradfahren. Nach Abschluss ihrer aktiven Karriere gibt sie ihre Begeisterung für die vielseitige Sportart als Trainerin an den Nachwuchs weiter.

Auf einer Fläche von elf mal vierzehn Metern führen KunstradfahrerInnen – mit Musik unterlegt – dem Publikum eine selbst zusammengestellte Kür vor. Die Jury bewertet nach einem Punktesystem und ermittelt schliesslich den/die GewinnerIn. Die Disziplin umfasst viele Komponenten und fordert Athletinnen und Athleten einiges ab – es handelt sich um einen Spitzensport. Neben einem ausgezeichneten Gleichgewichtsgefühl sind Koordination, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und mentale Stärke gefragt. Doch: «Kunstradfahren ist in erster Linie eine kompositorische Sportart und näher beim Eiskunstlauf als beim Rennradsport angesiedelt», sagt Daniela Keller, die hauptberuflich als SAP-Beraterin bei der AXA Winterthur arbeitet.
Bereits seit 1995 ist sie Nationaltrainerin für den Nachwuchs. So bleibt ihr nicht viel Zeit für andere Freizeitaktivitäten. Ihre andere Lieblingsbeschäftigung, das Tanzen, komme viel zu kurz.
In ihrer aktiven Laufbahn konnte Daniela Keller etliche Erfolge feiern. Höhepunkt war die Bronzemedaille bei den Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Malaysia 1996. Durch die vielen Weltmeisterschaftsteilnahmen lernte die Sportlerin diverse Länder kennen, wobei ihr Japan, insbesondere der Austragungsort Kaseda, besonders angenehm in Erinnerung geblieben ist: «Die ganze Stadt wurde dekoriert und herausgeputzt, und sogar der Sohn des japanischen Kaisers war vor Ort und besuchte die WM.»
Dreimal schon konnte Daniela Keller mit dem Viererteam bei einer WM eine Bronzemedaille gewinnen, zuletzt bei den Weltmeisterschaften 2007. «Eigentlich wollten wir in Winterthur noch mehr erreichen. Doch wir sind zufrieden. Es wurde ein schöner Karriereabschluss», sagt Daniela Keller zu ihrem Rücktritt nach 27 Jahren Leistungssport.
Sie steckt nun ihre ganze Erfahrung und Leidenschaft für das Kunstradfahren in den Dienst des Nachwuchses und hofft für die Zukunft, dass Jugendliche wieder vermehrt sportlich aktiv werden. Sie beklagt, dass die Kinder immer weniger könnten: «Bereits einhändig Velofahren ist für einige Kinder nicht mehr zu schaffen.» Bewegung tut not.

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