Wir Asphalt-Nutzniesser
21.05.2012
Kürzlich, auf den Spuren von Dres Balmers
Querpass über niedrige, aber zum Teil steile Mittellandpässe. Wir fahren mit unseren Rennrädern vom Bodensee her über den Ruppenpass dem Säntis entgegen. Trotz Auffahrt hat es relativ wenig Verkehr, nur auf der Schwägalp nerven die üblichen Töfffahrer auf ihren hochgezüchteten Maschinen. Die meisten fahren dennoch anständig und mit gebührendem Abstand an uns vorbei. Auf der Passhöhe macht mir ein süddeutscher Motorradpilot sogar ein Kompliment. Eine nicht selbstverständliche Geste, Chapeau!
Am nächsten Morgen geht es beschaulich aber mit steilen Rampen 650 Höhenmeter von Starkenbach auf die Vorder Höhi, die auf 1537 M. ü. M. liegt. Ein Traum von Passsträsschen, kein Fahrzeug kommt uns entgegen – der Pass ist ja noch gesperrt. Zwischendurch tragen wir die Velos, auf dem letzten halben Kilometer erlöst uns die Schneefräse, die eben durchgefahren ist. Sonst wären wir auch hier noch durch meterhohen Schnee gestapft. Obwohl die Vorder Höhi ein eher unbekannter Pass ist, ist die Strasse durchgehend asphaltiert. Das gibt’s nur in der Schweiz, diese Perfektion. Naturschutzkreise verfolgen die zunehmende Zubetonierung von Wanderwegen deshalb mit Sorge. Aber solange hier ein Übergang auch der Bewirtschaftung dient, lassen wir uns das gerne gefallen. Mit unseren leichten Rädern sowieso. Auf dem Rennrad sind wir für einmal gerne Nutzniesser des Asphalts.
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